Praxis-Handbuch · Schweiz & Österreich · Version [2.0] · Stand [05 2026]
Register 1 – Überblick
Willkommen bei PanTum Detect®

Dieser Leitfaden begleitet Ihr Praxisteam Schritt für Schritt – von der ersten Blutentnahme bis zum Befundgespräch. Bitte lesen Sie alle Register sorgfältig und halten Sie dieses Handbuch griffbereit.


Was ist PanTum Detect®?

PanTum Detect® ist ein universell orientierter Bluttest zur Früherkennung solider Tumore bei asymptomatischen Erwachsenen. Die Grundlage bildet ein qualitativer Immunoassay im EDTA-Vollblut. Wir messen die Biomarker Apo10 und TKTL1. Der Test ist kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zu bestehenden Vorsorgemaßnahmen. Bei auffälligem Ergebnis erfolgt die gezielte Abklärung durch Bildgebung (MRT und/oder PET/CT).

→ Den wissenschaftlichen Hintergrund zu Technologie, Markern und Studien finden Sie in Register 7.

Sensitivität
82,29 %
Spezifität
99,17 %
Tests durchgeführt
280.000+
Empfohlen ab
35 Jahren
Wiederholung
Alle 12 Monate
Termindauer
ca. 10 Minuten
Mindestmenge
2,0 ml EDTA-Blut

Ihre Ansprechpartner

Logistik & Versand
Zyagnum AG
+49 6151 365 31 77
aerztenetzwerk@zyagnum.com
Allgemeine Anfragen
Ärzte-Netzwerk
+49 6151 365 31 80
aerztenetzwerk@zyagnum.com
Befundspezifische Fragen
via Zyagnum → Dr. Failing
+49 160 849 02 33
aerztenetzwerk@zyagnum.com
Verbrauchsmaterial
Nachbestellung
aerztenetzwerk@zyagnum.com
Schulungsportal: pantumdetect.com/schulungsportal-light/
Die Qualität der Blutprobe und die korrekte Temperaturhaltung beim Versand sind entscheidend für die Aussagekraft des Tests. Bitte die Hinweise in Register 3 (Blutentnahme), Register 4 (Materialien & Lagerung) und Register 5 (Versand) sorgfältig beachten.
Register 2 – Aufklärung & Ausschlusskriterien
Aufklärung & Ausschlusskriterien
Bitte händigen Sie den Laborschein dem Patienten / der Patientin für die Aufklärung und Unterschrift aus. Im zweiten Schritt liest die MFA / der Arzt oder die Ärztin die Rückseite (Ausschlusskriterien) vor und stellt sicher, dass keines der Kriterien vorliegt. Im Anschluss kann die Blutentnahme erfolgen.

Dokumente am Tag der Blutentnahme

Bitte beachten: Einwilligungserklärung, Laborschein und Anamnesebogen sind ein doppelseitiges Formular – bitte achten Sie darauf, dass beide Seiten vollständig ausgefüllt und unterschrieben sind.


Ausschlusskriterien

1. Frühere & aktuelle Krebserkrankungen 5 Jahre Wartezeit
2. Akute Entzündungen 2 Wochen
3. Chronische Entzündungserkrankungen 2 Wochen nach Schub
4. Verletzungen, OPs, Eingriffe 8 Wochen nach Genesung
5. Sonstiges
6. Medikamente
Ausschlusskriterien am Tag der Blutentnahme immer aktiv abfragen – auch wenn Patient:innen bereits vorab informiert wurden. Erfahrungsgemäß werden relevante Punkte sonst übersehen oder bagatellisiert.
Register 3 – Blutentnahme
Blutentnahme: Schritt für Schritt
Die Qualität der Blutprobe ist entscheidend für die Aussagekraft des Tests. Zu schnelles Blutabnehmen (unter 15 Sek.) erzeugt Unterdruck und kann Zellen beschädigen – zu langsames Abnehmen ist ebenso problematisch. Das langsame, stetige Schwenken nach der Entnahme ist wichtig, damit sich das Blut vollständig mit dem EDTA vermischt und nicht verklumpt. Die liegende Lagerung verhindert, dass sich aktive Zellen auf dem Boden des Röhrchens absetzen.
Video: Blutentnahmepantumdetect.com/schulungsportal-light/
Blutentnahme

Benötigtes Material

Stauschlauch
EDTA-Monovette
Butterfly-Kanüle
Desinfektionsspray
Tupfer
Handschuhe
Pflaster

Durchführung

  1. Hygienische Händedesinfektion + Handschuhe anziehen
  2. Patient:in sitzt bequem, Arm gestreckt, Unterlage bereitlegen
  3. Stauschlauch 1 Handbreit oberhalb anlegen – noch nicht festziehen
  4. Punktionsstelle desinfizieren, dann Stauschlauch festziehen
  5. Kanüle im 20 bis 30°-Winkel einstechen, Vene punktieren
  6. Sobald Blut fließt: Stauschlauch lösen, Faust öffnen
  7. Blut langsam aufziehen: min. 15 bis max. 30 Sek. → mind. 2,0 ml
    Zu schnell = Zellschäden durch Unterdruck. Zu langsam = ebenfalls problematisch.
  8. Tupfer auf Einstichstelle, Kanüle entfernen + in Abwurfbehälter
  9. Monovette 3 bis 5× langsam schwenken (180°) – nicht schütteln!
    Essenziell: Blut mit EDTA vermischen, Verklumpung auf dem Versandweg verhindern.
  10. Pflaster auf Einstichstelle. Monovette stets liegend lagern.
Mindestmenge: 2,0 ml. Bei weniger nicht einsenden – Termin wiederholen. Max. 2 Stichversuche (beide Armbeugen oder alternativ Handrücken).
Probe liegend bei 18 bis 25 Grad lagern und am gleichen Tag abholen lassen.
Video: Temperaturloggerpantumdetect.com/schulungsportal-light/
Temperaturlogger
Register 4 – Materialien & Lagerung
Materialien & Lagerung
Die Blutproben sind temperatursensibel. Die VA-Q-Med Thermobox isoliert die Temperatur sehr gut und schützt die Probe bei Minus- und Hitzetemperaturen. Wichtig: Die Akkus müssen mindestens 3 Tage vor der Blutentnahme entnommen und bei Raumtemperatur gelagert werden – so hat das Innere der Box beim Versand ca. 21–22 Grad. Proben, die unter 12°C oder über 26°C ankommen, werden direkt verworfen.

VA-Q-Med Thermobox

Die magentafarbene Box ist das Versandbehältnis für alle Proben. Die Box muss nach jeder Nutzung zurückgesendet werden.

Video: VA-Q-Med Box und Versandpantumdetect.com/schulungsportal-light/
VA-Q-Med Box und Versand

Akkus – mindestens 3 Tage vor der Blutentnahme vorbereiten

Proben unter 12°C oder über 26°C werden im Labor direkt verworfen → Patient:in muss erneut zur Blutentnahme.

Verbrauchsmaterial & Nachbestellung

Monovetten, Butterflys, Versandtüten und Etiketten können per Mail bestellt werden:

aerztenetzwerk@zyagnum.com
Register 5 – Versand
Versand
Alle Proben kommen in eine Versandtüte, zusammen mit dem erst jetzt zu aktivierenden Temperaturlogger. Die Laborscheine können einfach beigelegt werden. Die Versandtüte wird in Polsterfolie eingewickelt und liegend in der VA-Q-Med Box gelagert.

Temperaturlogger aktivieren: [PLATZHALTER: Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Aktivierung wird nachgeliefert] – siehe auch Video: pantumdetect.com/schulungsportal-light/

Checkliste vor dem Versand

Kabelbinder sind beim UPS-Versand nicht erforderlich.
[PLATZHALTER: Foto der korrekt verpackten und beschrifteten Versandbox – wird nachgeliefert]

UPS-Abholung

Die Abholung wird von Zyagnum organisiert – die Praxis muss keine Abholung beauftragen.

Bei ausbleibender Abholung: +49 6151 365 31 77
Register 6 – Befund & Nachgespräch
Befund & Nachgespräch
Der Befund wird per E-Mail an die Praxis übermittelt. Alle Ergebnisse müssen im Kontext der individuellen Anamnese interpretiert werden. Ein negativer Befund schließt das Vorliegen solider Tumoren nicht aus.

Die zwei Marker – auf einen Blick

Apo10
Auffällig ab 140
Hinweis auf gestörte Apoptose (programmierter Zelltod). Kann auch bei gutartigen Prozessen erhöht sein.
TKTL1
Gesamtsumme auffällig ab 260
Hinweis auf veränderten Energiestoffwechsel der Zellen – ein Merkmal maligner Progression.
Hohe Werte ≠ Tumorausdehnung oder -aggressivität. Bewertung immer anhand der Gesamtkonstellation. → Wissenschaftlicher Hintergrund: siehe Register 7.

6a – Befundinterpretation

Negativer Befund

Werteschwankungen im Patientengespräch: Fragt ein Patient, warum der Wert z. B. letztes Jahr bei 244 lag und jetzt bei 249: Kleine Schwankungen sind biologisch normal – das Immunsystem reagiert täglich auf unterschiedlichste Einflüsse. Entscheidend ist nicht der minimale Unterschied zwischen zwei Messungen, sondern ob der Test insgesamt auffällig oder unauffällig ist.
Grenzen des Tests: PanTum Detect® ist ein Vorsorgetest – kein Krebsnachweis. Er ist nicht geeignet für Tumornachsorge, Verlaufsbeurteilung bekannter Erkrankungen oder den sicheren Ausschluss von Metastasen. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien kann der Test trotz bestehender Erkrankung unauffällig ausfallen.

Positiver Befund

„Ihr Test ist auffällig, aber das ist zunächst kein Grund für Panik. Wir prüfen jetzt strukturiert, ob es harmlose Ursachen gibt oder ob weitere Diagnostik sinnvoll ist."

Anamnese wiederholen – folgende Punkte klären:

Weiteres Vorgehen

Kontrolltestung nach 3 Monaten
  • Klinisch stabil
  • Keine starke Angst
  • Keine akuten Beschwerden
  • Kann gut abwarten
Direkte Bildgebung
  • Psychisch belastet
  • Klinisch dringlicher Verdacht
  • Akute Beschwerden / Warnzeichen

Nicht auswertbare Probe

Kommt vor (ca. 1 von 15 bis 20 Proben) – kein automatischer Hinweis auf eine Erkrankung. Häufige Ursachen sind schwierige Blutentnahme, zu viele Punktionsversuche, Stress, Transportprobleme oder starke körperliche Belastung in den letzten 24 Stunden. Mehr als zwei Punktionsversuche möglichst vermeiden.


6b – Ablauf bei positivem Befund

Bildgebung – Standardvorgehen

Eine unauffällige Bildgebung nach positivem Test ist kein Misserfolg – sie gibt dem/der Patient:in wichtige Sicherheit.

Zwei Wege im Befundgespräch

Option 1: Telemedizinisch mit Dr. Failing
  • Befundgespräch via Dr. Katja Failing
  • Geeignet bei Bedarf externer Einschätzung
  • Kontakt via aerztenetzwerk@zyagnum.com
Option 2: Durch die behandelnde Praxis
  • Strukturierte Anamnese (von Kopf bis Fuß)
  • Eigenanamnese + Familienanamnese
  • Medikamente und laufende Therapien

Nach der Bildgebung


Ansprechpartner medizinische Rückfragen

AnfragetypKontakt
Allgemeine Fragenaerztenetzwerk@zyagnum.com · +49 6151 365 31 80
Befundspezifische Fragenaerztenetzwerk@zyagnum.com · +49 160 849 02 33
Befundspezifische Fragen werden intern an Dr. Failing weitergeleitet.
Die Qualität der Blutprobe beeinflusst direkt die Aussagekraft des Befunds. Bei auffälligem oder nicht auswertbarem Ergebnis immer auch präanalytische Ursachen in Betracht ziehen (Stress, Sport, Alkohol, Punktionsschwierigkeiten).
Register 7 – Wissenschaftlicher Hintergrund
Wissenschaftlicher Hintergrund
Dieses Register gibt einen kompakten Überblick über die technologische und biologische Grundlage von PanTum Detect® – als Nachschlagehilfe für Fragen aus der Praxis.

Die EDIM®-Technologie

PanTum Detect® basiert auf der EDIM®-Technologie (Epitope Detection in Monocytes). Das Verfahren nutzt eine natürliche Eigenschaft des angeborenen Immunsystems: Makrophagen patrouillieren durch den Körper, nehmen abnormale Zellen auf und kehren mit tumorassoziierten Zellbestandteilen – einschließlich Apo10 und TKTL1 – in den Blutstrom zurück. Diese intrazellulären Biomarker werden mittels fluoreszenzmarkierter Antikörper und Durchflusszytometrie detektiert.


Die zwei Biomarker

Apo10 (DNaseX) – Apoptose-Marker
Das Enzym APO10 (DNaseX) spielt eine zentrale Rolle im programmierten Zelltod (Apoptose). In Tumorzellen ist dieser Mechanismus gestört: DNaseX akkumuliert im Zellkern, da der Abbauprozess nicht abgeschlossen werden kann. Apo10 detektiert diese Akkumulation universell für alle Tumorzellen mit gestörter Apoptose. Apo10 ist tendenziell bereits in frühen Tumorstadien erhöht.
TKTL1 – Metabolik-Marker
TKTL1 (Transketolase-like 1) wurde 1995 am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) entdeckt. Das Protein steht im Zusammenhang mit einer metabolischen Reprogrammierung der Zellen, wie sie bei maligner Progression auftritt. Tumorzellen stellen ihren Stoffwechsel auf erhöhte Glukoseaufnahme und Laktatproduktion um – im FDG-PET als erhöhter Tracer-Uptake sichtbar. TKTL1 ist in über 16 Krebsarten klinisch validiert.

Komplementarität der Marker nach Stadium

StadiumApo10TKTL1Bedeutung
Gesundes GewebenegativnegativKeine Auffälligkeiten
Proliferative StörungpositivnegativGestörte Apoptose, ggf. gutartiger Tumor
Maligner Tumor (früh)positivpositivMetabolische Reprogrammierung – Malignität
Fortgeschrittenpos./neg.positivInvasives Wachstum, Metastasierungspotential